Trafostation in Neugrimnitz für Vögel und Fledermäuse aufgewertet

Die Aufwertung der jahrelang ungenutzten Trafostation für Vögel und Fledermäuse in der Gemeinde Neugrimnitz bei Joachimsthal (ca. 20 km nördlich von Eberswalde) wurde im April des letzten Jahres abgeschlossen. Ein vierköpfiges Team von NABU-Aktiven traf sich bei milden Temperaturen um der neuen Erscheinung des alten Turms den letzten Feinschliff zu verleihen.

Ein Schleiereulenkasten wurde bereits im Vorfeld unter dem Dach des Gebäudes installiert und soll für die lautlosen Jäger durch die Einflugsfenster erreichbar sein. Im Gebäude selbst wurden Halbschalen als Nistmöglichkeiten für Rauchschwalben angebracht. Ein besonderes "Schmankerl" stellt die Verschalung des oberen Turmdrittels mit Leimhölzern dar. An der rauen Fassade wurden lange Trägerdachlatten senkrecht angebracht und quer dazu, mit leichter Versetzung, vereinzelt kürzere Dachlatten befestigt. Auf die Latten wurden Leimhölzer angeschraubt. Die sich daraus ergebenen Hohlräume mit "Labyrinth-Charakter" entsprechen den Sommerquartiersansprüchen vieler, am Grimnitzsee vorkommender Fledermausarten. Anschließend wurden die Spalten im oberen Bereich der Verschalungen mit Bauschaum ausgekleidet, um einen Durchzugs-Effekt durch den Wind zu verhindern, was dem Wohlbefinden der Fledermäuse in diesem Quartier entgegenkommen müsste. Es gab bereits erste Meldungen über die Besiedlung der neugeschaffenen Lebensräume im Sommer des vergangenen Jahres. Eine Informationstafel informiert schon heute über die potentiellen Bewohner der alten Trafostation.

Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch den Naturschutzfond sowie das Handyrecycling Programm „Fifty-Fifty“ der Deutschen Umwelthilfe. Der Geopark „Eiszeitland am Oderrand“ gestaltete die Fassade der Trafostation, sodass der jetzt in rot erstrahlende Turm mit einem großen Mammut als ein weiteres touristisches Highlight an der Märkischen Eiszeitstraße dazugekommen ist. Nicht zuletzt soll den privaten Spendern und Förderern gedankt werden. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle Ralph Böhlke.

Der seit Jahren im Naturschutz tätige Neu-Grimnitzer erkannte den Wert des Turmes als wichtigen Lebensraum für viele Vogel- und Fledermausarten und war der erste vor Ort, der sich für den Um- und Ausbau der Station zu einem Artenschutzturm engagierte. Unterstützt und begleitet wird das Projekt vom NABU Barnim, der Unteren Naturschutzbehörde, dem Naturschutzbeirat beim Landrat Eberswalde, dem Geopark „Eiszeitland am Oderrand“ sowie der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Die neue Gestaltung des Turms ist ein Beispiel dafür, wie Relikte vergangener Zeiten heute als Lebensräume für bedrohte Tierarten umgestaltet werden und gleichzeitig einen kleinen Beitrag als touristische Sehenswürdigkeit für die Gemeinde leisten können.

 

Peter Tröltzsch

 

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